Shopify macht den Start leicht: Theme wählen, Produkte anlegen, Zahlungen aktivieren. In Deutschland kommt aber eine Reihe von Pflichten dazu, die Shopify nicht automatisch erfüllt. Dieser Überblick zeigt, was ein Shopify-Shop in Deutschland 2026 braucht, von Impressum bis Verpackungsgesetz. Er ersetzt keine Rechtsberatung, hilft aber, nichts zu vergessen.
1. Rechtstexte
- Impressum: Pflicht für geschäftsmäßige Websites nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), das seit Mai 2024 das Telemediengesetz ersetzt. Es muss von jeder Seite aus mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein.
- Datenschutzerklärung: nach DSGVO, mit allen eingesetzten Apps und Diensten wie Zahlungsanbietern, Analytics und Newsletter-Tools.
- Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular: Verbraucher haben im Fernabsatz grundsätzlich 14 Tage Widerrufsrecht.
- AGB: nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber üblich und sinnvoll.
Die Vorlagen von Shopify sind ein Anfang, decken das deutsche Recht aber nicht vollständig ab. Viele Händler nutzen Rechtstexte von spezialisierten Anbietern, die sich bei Gesetzesänderungen automatisch aktualisieren.
2. Cookies und Einwilligung
Für nicht notwendige Cookies und Tracking, etwa Analytics oder Werbepixel, braucht es eine Einwilligung vor dem Setzen (§ 25 TDDDG, früher TTDSG). Ein Cookie-Banner muss echte Wahlfreiheit bieten: „Ablehnen“ so einfach wie „Akzeptieren“.
3. Der Bestellprozess
- Button-Lösung: Der letzte Button vor der Bestellung muss eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen, etwa „zahlungspflichtig bestellen“ (§ 312j BGB). Prüfe die Beschriftung in deinem Shopify-Checkout auf Deutsch.
- Wesentliche Merkmale des Produkts, Gesamtpreis und Lieferzeit müssen vor der Bestellung klar erkennbar sein.
- Bestätigung: Nach der Bestellung bekommt der Kunde eine Bestätigung mit den Vertragsinformationen.
4. Preisangaben
- Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer und ein Hinweis auf zusätzliche Versandkosten.
- Grundpreis pro Kilogramm, Liter oder Meter bei Waren, die nach Gewicht, Volumen oder Länge verkauft werden.
- Streichpreise: Wer mit einer Ermäßigung wirbt, muss den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angeben (§ 11 PAngV). Details in PAngV § 11 für Shopify-Händler und Streichpreise und Mondpreise.
5. Produkt- und Verpackungspflichten
- Verpackungsgesetz: Wer verpackte Ware an Verbraucher verschickt, muss sich vor dem ersten Verkauf im Verpackungsregister LUCID registrieren und an einem dualen System teilnehmen.
- Produktsicherheit (GPSR): Seit dem 13. Dezember 2024 müssen Online-Angebote Angaben zum Hersteller und gegebenenfalls zur verantwortlichen Person in der EU sowie die nötigen Warn- und Sicherheitshinweise enthalten.
- Elektrogeräte und Batterien: Für diese Produkte gelten zusätzlich Registrierungs- und Rücknahmepflichten.
6. Barrierefreiheit
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Onlineshops für Verbraucher müssen grundsätzlich barrierefrei nutzbar sein, etwa mit Alternativtexten, ausreichenden Kontrasten und Bedienbarkeit per Tastatur. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz sind bei Dienstleistungen ausgenommen.
7. Steuern
- Umsatzsteuer: 19 % regulär, 7 % ermäßigt für bestimmte Waren wie Bücher und viele Lebensmittel. Die Steuersätze lassen sich in Shopify pro Produkt oder Kollektion einstellen.
- Verkäufe in andere EU-Länder: Ab 10.000 € Umsatz pro Jahr mit Verbrauchern im EU-Ausland gilt die Umsatzsteuer des Ziellands. Das One-Stop-Shop-Verfahren (OSS) bündelt die Meldung.
8. Zahlungsarten, die deutsche Käufer erwarten
Neben Kreditkarte gehören PayPal, Kauf auf Rechnung und oft SEPA-Lastschrift sowie Apple Pay und Google Pay zum Standard. Shopify Payments ist in Deutschland verfügbar, weitere Anbieter lassen sich ergänzen. Fehlende vertraute Zahlungsarten sind ein häufiger Grund für Kaufabbrüche, mehr dazu in Warenkorbabbruch reduzieren.
Checkliste zum Abhaken
- Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung und AGB eingebunden
- Cookie-Banner mit gleichwertigem „Ablehnen“
- Bestellbutton „zahlungspflichtig bestellen“
- Gesamtpreise, Versandkosten und Grundpreise korrekt
- Streichpreise mit 30-Tage-Tiefstpreis
- LUCID-Registrierung und duales System
- GPSR-Angaben auf den Produktseiten
- Barrierefreiheit geprüft, sofern keine Ausnahme greift
- Umsatzsteuersätze und gegebenenfalls OSS eingerichtet
- PayPal, Rechnung und Wallets aktiviert
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Häufig gestellte Fragen
Ist Shopify in Deutschland rechtssicher?
Shopify ist in Deutschland nutzbar, erfüllt die deutschen Pflichten aber nicht automatisch. Rechtstexte, Bestellbutton, Preisangaben, Verpackungsregistrierung und Cookie-Einwilligung musst du selbst einrichten.
Brauche ich als Shopify-Händler ein Impressum?
Ja. Geschäftsmäßige Websites brauchen ein Impressum nach § 5 DDG, erreichbar von jeder Seite aus.
Muss ich mich im Verpackungsregister LUCID registrieren?
Ja, wenn du verpackte Ware an Verbraucher in Deutschland verschickst. Die Registrierung muss vor dem ersten Verkauf erfolgen.
Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für meinen Shop?
Für Onlineshops, die an Verbraucher verkaufen, grundsätzlich ja, seit dem 28. Juni 2025. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz.
Welche Zahlungsarten sollte ein Shopify-Shop in Deutschland anbieten?
Neben Kreditkarte vor allem PayPal und Kauf auf Rechnung, dazu oft SEPA-Lastschrift, Apple Pay und Google Pay.